Ich habe mehr und mehr das Gefühl, das dieses Projekt mich gefunden hat und nicht umgekehrt.

Es fing an bei einem Kaffetrinken, wo ein altes Buch auf dem Tisch lag, mit Bildern aus dem Zweiten Weltkrieg. Und als ich es durchblätterte sagte jemand:

„Das ist da, wo das weisse Haus steht!“
„Da ist ja jetzt die Sparkasse!“
„Das ist an der Kirche in Materborn. Da war mal ein Auffanglager!“

Für mich waren das ja alles nur alte Fotos, wie es so viele gibt. Aber ich hatte plötzlich die Idee mal nachzusehen, wo denn z.B. dieses weiße Haus ist und was noch da ist.

Das Haus gab es noch und es gab viele Kleinigkeiten, die man erst bei genauerem Blick erkennt. Und da stand ich nun an einer vielbefahrenen Straße mit einem Ausdruck dieses alten Fotos. Um mich herum fuhren Mütter ihre Kinder zum Tennis und vor mir auf dem Foto stand ein englischer Panzer. Und das erste, was mir durch den Kopf ging war: „Ich werd´ verrückt. Das war hier!“ Bei diesem Gedanken ist es geblieben. Bei jedem Bild, das ich für mich wiederentdeckt habe.

Ich machte viele Fotos und in mehreren Anläufen kam es dann zu dem Konzept, die Fotos von der gleichen Stelle aus mit dem gleichen Blickwinkel noch einmal zu fotografieren. Dann diese Am Rechner übereinanderzulegen und den Vordergrund freizulegen. Der neue Hintergrund und der alte Vordergrund. Das Freilegen am Rechner ist für mich immer der spannendste Moment. Weil auf einmal Löcher in der Zeit entstehen. Die beiden Momente zusammenrücken.

Ich dachte am Anfang, das das Projekt nur im lokalen Umfeld interessant ist, aber ich merkte sehr schnell, dass auch Personen aus anderen Städten Interesse zeigten. Im Moment des Vergleichens der Bilder wird aus dem vergilbten Foto ein „Jetzt“. Die damalige Zeit wird möglich. Der Ort wird möglich. Aus dem „DAS WAR IRGENDWO“ wird ein: „DAS WAR HIER“.

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Ich möchte mich beim Archivleiter in Kleve, Herrn Thissen bedanken, der mich gerade am Anfang des Projektes sehr unterstützt hat und mir eine Fotoausstellung im Rahmen der EUREGIO ermöglichte (Siehe Presse).

Bedanken möchte ich mich bei Herrn Dr. Moss, dem Archivleiter der Stadt Krefeld, der mir ebenfalls sehr geholfen hat. Leider bin ich Ihm noch einige Motive schuldig, die ich noch dieses Jahr in Angriff nehme.

Bedanken möchte ich mich bei Herrn Molder vom Duisburger Verein Zeitzeugenbörse e.V. für die vielen Bilder und die freundliche Unterstützung.

Bedanken möchte ich mich bei Herrn Spilling von Stadtarchiv Moers für die freundliche Unterstützung.

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Liebe Grüße aus Krefeld

A. Dietz

www.das-war-hier.de
www.achim-dietz.de